Bausteinaktion
Kirche kämpft mit Papst-Quietscheentchen gegen den Holzwurmbefall
Mit einer kuriosen Bausteinaktion soll in der Stadtpfarrkirche Trofaiach die Bekämpfung des Holzwurmbefalls finanziert werden. Für zehn Euro können Quietscheenten in Papst-Optik erworben werden.
„Was hat eine Papst-Quietscheente mit dem Holzwurm zu tun?“ Diese kuriose Frage wird auf Facebook von der Katholischen Kirche Trofaiach gestellt. Die Antwort wird in dem Posting aber prompt mitgeliefert: „Mehr als man denkt!“, ist auf der Social-Media-Plattform zu lesen.
Denn: „Unsere Papst-Quietscheenten sind nicht nur eine lustige Aktion, sondern helfen auch ganz konkret bei der Sanierung unserer Stadtpfarrkirche – genauer gesagt im Kampf gegen den Holzwurm“, wird weiter ausgeführt. So kann man sich mit einer Spende von zehn Euro eine Quietscheente in Papst-Optik sichern und gleichzeitig den Erhalt der Trofaiacher Kirche unterstützen. Erhältlich sind die Papst-Quietscheenten nach den Gottesdiensten, in der Pfarrkanzlei sowie beim Pfarrfest am 31. Mai.
Quietscheenten als Souvenir
Aber warum ausgerechnet eine Quietscheente? „Meine erste Badeente habe ich beim Entenrennen im oberbayerischen Beilngries erworben, wo ich nach meiner Weihe als Kaplan tätig war. Besonders beeindruckt haben mich Städte wie Barcelona oder Rom, in denen es ganze Souvenirgeschäfte gibt, die ausschließlich Quietscheenten verkaufen. Seitdem kaufe ich bei Reisen oder Ausflügen immer wieder neue Enten oder verschenke sie gerne weiter“, erklärt Pfarrer David Simon die Ursprünge.
Die konkrete Idee für die Bausteinaktion sei schließlich im vergangenen Jahr entstanden, als Simon die Verantwortung für die Pfarre Trofaiach von Weihbischof Johannes Freitag übernommen hat: „Ein besonderes Anliegen war mir dabei, den Zustand unserer pfarrlichen Gebäude sowie die finanzielle Situation genau zu prüfen. Mehrere Gutachten haben gezeigt, dass in den kommenden Jahren dringend drei größere Projekte umgesetzt werden müssen.“
Projekte übersteigen Budget
Neben der Instandsetzung und Reinigung der Orgel in Trofaiach um rund 24.000 Euro sowie der Mauertrockenlegung und Putzsanierung im Innen- und Außenbereich des Pfarrhofes mit Kosten von etwa 50.000 – mit 50 Prozent Zuschuss der Diözese – sei das eben auch die Bekämpfung des Holzwurmbefalls. Die Kosten dafür würden sich zwischen 15.000 Euro für ein Injektionsverfahren beziehungsweise 40.000 bis 60.000 Euro für eine Vollbegasung der Kirche belaufen, mit 30-prozentiger Unterstützung durch die Diözese.
„Diese Summen übersteigen das kleine Budget unserer Pfarre bei weitem. Deshalb sind wir auf zusätzliche Unterstützung und kreative Ideen zur Finanzierung angewiesen. So entstand die Idee mit den Papst-Quietscheenten“, führt Simon aus und lässt wissen, dass auch in der Pfarre Eisenerz eine ähnliche Aktion zur Finanzierung der neuen Beschallungsanlage in der Oswaldikirche durchgeführt wird.
Und daher heißt es nun kurzum: „Jede Ente hilft. Also: Quietschen, helfen und Freude mitnehmen“, betonen die Verantwortlichen abschließend.
Verena Strobl, Redakteurin Regionalredaktion Leoben

